Susana: “…Nach einer Party wurde ich vergewaltigt…”

Susana: “…Nach einer Party wurde ich vergewaltigt…”

Mein Name ist Susana* und ich bin 37 Jahre alt. Ich bin in einer Familie aufgewachsen in der meine Mama an Hausmädchen gearbeitet hat.

Ich hatte eigentlich alles. Als ich sieben Jahre alt war wohnte ich in Brasilien, wir sind damals aber viel mit unserer Mama rumgereist zwischen Brasilien und Paraguay. Mit 16 habe ich dann geheiratet. Wir haben 2 Mädchen bekommen. Später hatten wir dann viele Streitereien und nach 4 Jahren began mein Mann gewalttätig zu werden. Ich bin dann zurück nach Paraguay gekommen, aber ohne meiner Töchter, weil ich nicht wusste, wie ich es schaffen sollte mit ihnen.

Heute fühle ich großen Schmerz in mir. Ich möchte das wieder in Ordnung bringen und nocheinmal anders machen, aber ich kann die Zeit nicht zurückdrehen.

Als ich nach Paraguay kam fing ich an als Verkäuferin zu arbeiten. Ich habe mich wieder auf einen Mann eingelassen und nach ein bisschen Zeit habe ich meine 3. Tochter bekommen -  Sie ist wirklich mein ganzer Stolz. Ich war so glücklich, dass sie gesund geboren wurde. Aber vor ihrem 1. Geburtstag haben ihr Vater und ich uns wieder getrennt.

Einmal, nach einer Party wurde ich vergewaltigt. Ich habe mich danach sehr schmutzig gefühlt und ich wollte dieses Erlebnis so schnell es ging wieder vergessen. Oft habe ich das mit Hilfe von Drogen und Alkohol versucht.

Ich habe weitergelebt. Ich habe auf meine Tochter aufgepasst; ich habe weiter als Verkäuferin gearbeitet und erneut einen Mann kennengelernt. Er hat versucht mir aus meinen Lastern zu helfen. Ich wurde erneut schwanger. Sie machten nach 7 Monaten den sogenannten ELISA-Test und sagten mir dann, dass ich HIV habe. Ich fühlte mich wirklich schlecht… und ich dachte auch daran, mich umzubringen. Als ich das dann meinem Freund erzählte hat er mich sehr unterstützt.

Nachdem mein Sohn geboren wurde, lernte ich Alto Refugio kennen. Sie haben mich mit Liebe behandelt und mir sehr geholfen. Sie haben mich sehr ermutigt und mit mir über Gott geredet.

Ich fühlte mich, als hätte ich eine neue Familie. Ich habe mich mit ihnen identifiziert, weil alle die gleiche Krankheit haben. Es fühlt sich, wie ein schönes Ende an.

Meine beiden Kinder waren ein Grund für mich zum Leben.

Sie und Gott geben mir die Kraft, um jeden Tag weiter zu leben.

* Name geändert, Bild illustrativ.

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